Platine selber ätzen

 

Das ätzen der Platine erfordert sowohl etwas Disziplin als auch Geduld! Sollte man also nicht völlig übermüdet kurz vorm ins Bett gehen beginnen (ich weis wovon ich rede) ;) 

 

Als erstes sollten folgende Dinge bereit stehen:

 

Benötigte Chemikalien
Die benötigte Wassermenge anhand der verwendeten Gefäße ermitteln und
Entwickler-/Ätzmittel-Menge entsprechend anpassen

 

 

 

Vorbereitung

Wenn man alle Materialien zusammen gesucht hat kann man auch schon beginnen. Man sollte nur vielleicht nicht den neuen Esstisch als Unterlage verwenden, da die Chemikalien immerhin auch Kupfer weg ätzen. 

Der Raum sollte so vorbereitet sein, dass man ihn schnell vollständig abdunkeln kann. Die rote Lampe positioniert man so, dass sie im dunkeln die Arbeitsfläche ausreichend beleuchtet um die Schablone auf die Platine zu fixieren. 

Die Schalen haben wir vorher schon mit Wasser gefüllt und unter die Wärmelampe gestellt, damit das Wasser später die gewünschte Temparatur hat. (lässt sich mit dem Kontaktlosen IR-Thermometer gut prüfen)

Die Schablonen kann man schon auf Platinen-Größe zuschneiden. Hier kann man lieber 1mm kleiner schneiden, dann wirfts beim fixieren mit Tesa keine Beulen.

In die Platinen sollten bei zweiseitiger Beschichtung 2-3 Fixierbohrungen auf den gegenüberliegenden ecken gemacht werden, die man später zum ausrichten der Schablonen verwenden kann. (wir haben hier die für die Halterungslöcher genutzt)
Vorsicht beim bohren durch die Schablone, da diese schnell vom Bohrer mitgerissen wird. Evtl hierfür einen separate Papier-Schablone verwenden. 

Der Halogenstrahler kann schon so positioniert werden, dass die Platine aus einem ca 30cm Abstand gerade angestrahlt wird. 

 

 

Platine belichten

Wir stellen nun den lichtundurchlässigen Koffer bereit. Dieser dient nachher zur Aufbewahrung der belichteten Platinen. 

Nun wird der Raum abgedunkelt.
Im rotlicht entfernen wir vorsichtig auf der ersten Seite die Schutzfolie der Platine. Darauf fixieren wir die Schablone mit der bedruckten Seite zur Platine mit etwas Tesa. Das ganze spannen wir nun in den Bilderrahmen. 

Jetzt kann das Licht wieder eingeschaltet werden und der Bilderrahmen unter den Halogenstrahler gelegt werden. Wir haben bei 500W ca 15Minuten belichtet. Ich würde allerdings gute 20Minuten empfehlen. Evtl vorher mit Teststücken ausprobieren. 

Ist die Platine fertig belichtet dunkeln wir den Raum direkt wieder ab und entfernen im Rotlicht die Schutzfolie der zweiten Seite. Darauf dann die 2. Schablone ausrichten und fixieren.

Wieder in den Bilderrahmen, Licht an und noch mal belichten. 

Diese Zeit nutzen wir um die Chemikalien anzurühren. Das Wasser sollte inzwischen die gewünschte Temperatur haben. Auf jeden Fall an die Gummihandschuhe und Brille denken! 

 

Entwickeln

BRILLE UND GUMMIHANDSCHUHE!

Ist die Belichtungszeit abgelaufen, wieder den Raum abdunkeln, die Platine von den Schablonen befreien und vorsichtig in den Entwickler legen. Die Platine dabei dauerhaft schwenken. Es sollte sehr schnell ein bläulicher Schleier erscheinen und das Bild erkennbar machen. Laut Anleitung ist eine Belichtungszeit von 90 Sekunden vorgesehen. Eine etwas längere Belichtungsdauer erwies sich bei uns aber als empfehlenswert.
Anschließend die Platine mit der Pinzette aus dem Entwickler nehmen und mit Wasser abspülen. 

 

Wer möchte kann jetzt eine Pause einlegen, da der Platine nun nichts mehr passieren kann

 

Ätzen

BRILLE UND GUMMIHANDSCHUHE!

Nach dem entwickeln wird die Platine zum entfernen des überschüssigen Kupfers in das Natriumpersulfat gelegt.  

Ist die Platine einmal in der Ätzflüssigkeit, heißt es warten. Man sollte hier ca alle 2 Minuten einmal schwenken und umrühren, so wie regelmäßig die Temperatur (min. 50°) kontrollieren. 

Nach einiger Zeit (variiert je nach Belichtung/Entwicklung stark) beginnt sich die Ätze blau zu färben und das Kupfer an den belichteten Stellen zu lösen. Man kann die Platine auch immer mal wieder drehen. Bei uns reagierte die unten liegende Seite stärker. 

Ist alles gelöst, muss man die Platine nochmals gründlich mit Wasser reinigen und gut abtrocknen. Im Idealfall zieht man das ganze nun noch durch ein Zinn-Bad und versieht die Platine anschließend mit Löt-Stopp-Lack. Es reicht aber auch, die Platine mit Acryl-Lack zu besprühen und vorsichtig die Kontakt-Punkte wieder sauber zu kratzen (ohne die Kupferschicht zu beschädigen). 

 

Nun kann die Platine bestückt werden.

 

 

 

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